Abstract von Ute Smit

Englisch-basierter Unterricht: vielsprachige und interkulturelle Anwendungen im mehrsprachigen universitären Umfeld

In Zeiten wachsender Internationalisierung im tertiären Bildungsbereich wird Englisch-basierter Unterricht im mehrsprachigen Hochschulumfeld (EMEMUS) zur gängigen Praxis. Dies wird auch durch die breitgefächerte Forschung reflektiert, welche die lokalen Umsetzungen beschreibt (z.B. Doiz, Lasagabaster and Sierra 2013; Smit and Dafouz 2012).
Um den Fokus auf ein theoretisches Verständnis auszuweiten, möchte ich zunächst eine konzeptuelle Rahmenstruktur vorstellen, die dynamische Analysen von EMEMUS möglich machen soll (Dafouz und Smit in Arbeit). Aufbauend auf jüngste soziolinguistische Ausrichtungen und diskursive Herangehensweisen (z.B. Blommaert and Rampton 2012, Hult 2010, Shohamy 2006), wird EMEMUS als soziales Phänomen gesehen und der Diskurs als Ausgangspunkt für sechs relevante Dimensionen betrachtet, die als inhärent komplex, kontextuell verknüpft und sich dynamisch überschneidend angesehen werden.

Anschließend wird die analytische Stärke der Rahmenstruktur in Bezug auf mehrsprachige und interkulturelle Praktiken, welche in ihrer situativen Ausprägung den Diskurs von Lernenden und Lehrenden in EMEMUS kennzeichnen, beleuchtet werden. Der analytische Fokus wird dabei auf der vielschichtigen Verwendung des multilingualen Repertoires der Interaktionsteilnehmenden liegen (z.B. Barnard and McLellan 2013) mit dem Ziel Einblicke in die linguistische und kulturelle Komplexität und Flexibilität, die dem Einsatz des Englischen als lingua franca im akademischen Umfeld innewohnt, zu ermöglichen (Jenkins 2013). Indem Makro-, Meso- und Mikroebenen der Analysen von Methoden und Praktiken bei Interviews, in Fragebögen und bei Klassengesprächen kombiniert werden (Smit 2010), diskutieren wir die dynamischen Entwicklungen von translingualen Praktiken in ihrer Vernetzung mit anderen soziolinguistischen und bildungsrelevanten Dimensionen wie der ortsüblich gehandhabten Realisierung von Internationalisierung, institutionelle Sprachentscheidungen sowie die Erfordernisse der Akademie und soziale Mittler.